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Wir Eichmannsöhne
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Adolf Eichmann, Hauptverantwortlicher für den Transport der im deutschen Machtbereich lebenden Juden in die Massenvernichtungslager, wurde am 11. Dezember 1961 in Israel zum Tode verurteilt und später hingerichtet. In einem offenen Brief an dessen Sohn Klaus hat Günther Anders 1964 in der ihm eigenen eindringlichen Weise gewarnt: Das 'Eichmann'-Problem ist kein gestriges, wir alle sind ebenfalls Eichmannsöhne, mindestens Söhne der Eichmannwelt. Es ist die Welt der Vernichtungsmaschinen, deren Wirkungen unsere Vorstellungskraft übersteigen. Damit ist die Gefahr gegeben, daß wir darin widerstandslos und gewissenlos wie Rädchen funktionieren, daß unsere moralische Kraft dem Apparat nicht gewachsen bleibt und Jedermann ein Eichmann werden kann.Für die Neuauflage des Briefes 1988 hat Günther Anders im Zusammenhang mit dem Historikerstreit den ursprünglichen Text durch einen zweiten Brief an Klaus Eichmann ergänzt, in dem es heißt: "Wahr ist zwar - das war entsetzlich genug -, daß Stalin zahllose Opfer jahrelang in Kauf genommen hat. Trotzdem - und diesen Unterschied dürfen wir nicht unterschlagen - der Gedanke an eine fabrikmäßige Liquidierung von Menschenmassen, richtiger: an eine systematische Leichenherstellung, wie sie Hitler und Ihr Vater durchgeführt haben, der ist ihm niemals gekommen. Selbst unter den parteiischen deutschen Historikern, die im 'Historikerstreit' mitdiskutiert haben, hat es nicht einen gegeben, der sich getraut hätte, Stalin derartiges nachzusagen - kurz: Dasjenige, worauf Hitler da angeblich reagiert, was er da angeblich imitiert hat, das hatte gar nicht existiert."

Anbieter: Dodax
Stand: 14.07.2020
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Noch einmal: Gegen Apion!
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Um das Jahr 100 d.Z. verfasst der römische Bürger judäischer Abstammung mit dem Namen Flavius Josephus in Rom seine Schrift Gegen Apion. Darin tritt er für sein vielfach geschmähtes, verleumdetes Volk ein. Denn schon lange vor der Zeitwende hat es in Kleinasien, Ägypten und Nordafrika, in Griechenland und Italien, ja sogar im fernen Spanien, Gallien und Germanien gehässige Angriffe auf Juden gegeben. Schon damals wurden Hass gegen und Neid auf die jüdischen Mitbürger geschürt dank gehässiger Hetzschriften aus der Feder damaliger "Persönlichkeiten".Flavius Josephus und die Verfasserin dieser Zeilen trennt eine Zeitspanne von beinahe zweitausend Jahren. Und doch wirkt das damals verträufelte Gift bis zum heutigen Tag fort. Zwar gibt es, gegenwärtig, in West- und Mitteleuropa nur selten tätliche Übergriffe, aber auch die unzähligen Nadelstiche sind mehr als beredt: Man spricht hinter - noch - vorgehaltener Hand von jüdischer Weltverschwörung und jüdischem Kapital, das die Welt umspanne.Spätestens seit dem Herbst 1985 zeichnet sich ein "Ende der Schonzeit" für Juden in Deutschland ab, erinnert sei an Der Müll, die Stadt und der Tod von Rainer Werner Fassbinder, den Vortrag des Berliner Historikers Ernst Nolte im Juni 1986 und den anschließenden "Historikerstreit" und an Martin Walsers Rede in der Paulskirche im Herbst 1998. Aber auch Wissenschaftler und Pseudo-Wissenschaftler verbreiten gerne ihre "Wahrheiten" über die Juden, ihre Religion und Kultur, über Israel und seine Entstehungsgeschichte.

Anbieter: Dodax
Stand: 14.07.2020
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